Kategorie: Fragen & Antworten

Generation Recycle: Sellerieschnitzel 2.0

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Liebe Anne,

du hast mich gefragt, ob ich aus Lust oder Frust esse. Diese Frage habe ich mir in den vergangenen 6 Monaten sehr oft gestellt. Auf der einen Seite würde ich ganz klar sagen, ich bin ein Genussesser. Ich vergesse die Welt, genieße mit allen Sinnen, versinke mental im Teller. Mein einziger Besuch in einem Sternerestaurant hat sich angefühlt, als sei ich dem Koch unerhört nah gekommen. Und ganz allgemein gilt: In Gesellschaft esse ich lieber und mehr, in schlechten Zeiten dafür auch einfach mal nichts. Auf der anderen Seite nimmt mein Schokoladenkonsum rasant zu, wenn ich mich von der Welt verlassen fühle. Dann lasse ich mich trösten – am liebsten von Zartbitterschokolade. Deshalb würde ich deine Frage mit einem klaren “Jein” beantworten. Ich esse aus Lust, weniger aus Frust und Schokolade zu allen Gelegenheiten. Weiterlesen

Von Lust und Frust

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Liebe Sarah,

du hast mich gefragt, welches mein liebstes kulinarisches Kontrastpaar ist. Vor einiger Zeit hat mir meine Schwester ein paar Kopien ihrer Lieblingsrezepte aus Ottolenghis “Das Kochbuch – mediterran, orientalisch, raffiniert” geschickt. Ich muss gestehen, dass ich anfangs ein wenig skeptisch war, als ich das Fenchel-Kirsch-Tomaten-Crumble-Rezept darunter entdeckte. Aber ich war neugierig und mochte die Geschichte zu dem Rezept: Die ungewöhnliche Mischung aus süßen Streuseln und herzhaftem Fenchel mit Parmesan entstand nur, weil ein Koch einem Konditor eins auswischen wollte, weil dieser ihm zuvor Zitronensaft stibitzt hatte. Ich war sofort begeistert von dem Crumble. Ich habe es nun schon einige Male gekocht und das neue Geschmackserlebnis sorgt am Tisch immer wieder für ein kulinarisches Gesprächsthema. Meine Antwort auf deine Frage lautet also ganz konkret: Fenchel-Kirschtomaten-Crumble. Aber ich habe über weitere kulinarische Kontraste nachgedacht und dabei ist mir eine Apfel-Thymian-Tarte in den Sinn gekommen, die ich schon oft gebacken habe und die ich fast vergessen hätte. Ich habe mir fest vorgenommen, sie bald mal wieder auszuprobieren mit den wunderbaren Boskop-Äpfeln, die es zur Zeit überall gibt. Gerade bin ich mir gar nicht so sicher, ob es auch in die Kategorie kulinarisches Kontrastpaar passt, aber ich habe mich auch an ein süßes Nudelgericht erinnert, das im Nudelmacher, einem kleinen Restaurant, in dem ich während des Studiums gejobbt habe, angeboten wurden. Ich glaube, das Gericht hieß ‘Süße Schlemmernudeln’ und bestand aus hausgemachten Spiralnudeln mit Semmelbröseln und Apfelkompott. Kommt auch auf die Liste. Kontrast hin oder her.

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Was nicht passt, wird passend gemacht.

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Liebe Anne,

ich muss ehrlich zugeben, über deine Frage nach meiner letzten Wiederentdeckung habe ich eine Weile nachgedacht. Ich kenne dieses Phänomen genau. Denn auch ich esse in Phasen. Zyklenweise häufe ich mir Hüttenkäse aufs Brot, um dann wieder Abstand zu nehmen. Und dann, irgendwann, beim Gang durch den Supermarkt, lacht der Hüttenkäse mir entgegen wie ein alter Bekannter.  Weiterlesen

Alles hat seine Zeit.

Liebe Sarah,

eine Antwort auf deine letzte Frage fällt mir leicht: Linsen. Ich habe Linsen lieben gelernt. In der Suppe, die meine Mutter früher immer gemacht hat, kamen sie mir – wie dir der Kürbis – mehlig und dumpf vor und mehr als zwei Löffel habe ich davon nie runterbekommen. Heute liebe ich Linsen in allen möglichen Varianten: Schnell zubereitete rote Linsen mit Stangensellerie, als indisches Dal oder Puy-Linsen im Salat mit Knollensellerie, Haselnüssen und Minze à la Ottolenghi. Weiterlesen

Lieben lernen

Liebe Anne,

bevor ich dir heute meine Frage zum Thema Liebe stellen möchte, werde ich zunächst deine Frage beantworten. Du wolltest wissen, ob ich eine Ordnung für meine Rezepte habe. Die ehrliche Antwort ist nein. Ich habe ein kleines Regal mit all meinen Büchern, Ordnern und Heften zum Thema “Kochen”. Aber ich kann nicht behaupten, dass ich eine konkrete Ordnung verfolge. Es gibt einen Ordner, in den ich alle herausgerissenen Seiten aus Magazinen und Druckversionen aus dem Internet einsortiere, in der Hoffnung, sie mögen ewige Inspirationsquelle sein. Für einige trifft das zu, andere hatten noch nie das Potential dazu. Sie liegen nebeneinander und übereinander – diese Seiten mit eventuellen Möglichkeiten und tatsächlichen Bereicherungen. Weiterlesen

Deceive

Liebe Anne,

vielen Dank für deinen herbstlichen Schwung. Deine Ideen haben mich inspiriert. Der Link zu den Zwiebelkuchen lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Zwiebelkuchen ist in meiner Heimat sehr groß – neben der Lust auf sterneverdächtiges Herbstgebäck kommen da auch wohlige Gedanken an eine Region in Deutschland auf, in der Essen so viel zählt. Meine Erkältung hat mir für heute den passenden Anlass geliefert, diesen Herbsttag mit strahlendem Sonnenschein zuhause zu verbringen. Ich habe meinen Schrank ausgemistet und wunderbare Zimtschnecken gebacken. Das eine hat mich befreit, das andere gefüllt. Weiterlesen

Alles neu macht der Herbst

image Zimtschnecken

 

Liebe Sarah,

ich kenne das euphorisch-melancholische Spätsommer-Gefühl sehr gut. Aber gerade überwiegt die Euphorie. Ich liebe diese spätsommerlichen Tage, die frische, klare Luft und die sanften Sonnenstrahlen. Besonders morgens auf dem Rad. Das ist so toll, dass es sogar etwas kribbelt im Bauch. Heute früh war es so kühl, dass ich eigentlich schon Handschuhe gebraucht hätte… aber das macht mir keine Angst. Ich freue mich auf den Herbst und die Veränderung, die er mitbringt. Endlich wieder Mützen tragen (Tag und Nacht, drinnen und draußen), sich verkriechen unter Wolldecken, kalte Hände an heißen Teetassen aufwärmen, der süße Duft frisch gebackener Zimtschnecken in der ganzen Wohnung, Kleiderschrank mit neuen Herbstklamotten bestücken, häuslich sein, gemütliche Cafés entdecken. Die neue Jahreszeit, die sich da gerade ankündigt, setzt Energien frei und macht mir Mut, sich auf etwas Neues zu freuen und einzulassen, den Sommer Sommer sein zu lassen. Der kommt ja wieder. Weiterlesen

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