Monthly Archives: November 2013

Von Lust und Frust

image

Liebe Sarah,

du hast mich gefragt, welches mein liebstes kulinarisches Kontrastpaar ist. Vor einiger Zeit hat mir meine Schwester ein paar Kopien ihrer Lieblingsrezepte aus Ottolenghis “Das Kochbuch – mediterran, orientalisch, raffiniert” geschickt. Ich muss gestehen, dass ich anfangs ein wenig skeptisch war, als ich das Fenchel-Kirsch-Tomaten-Crumble-Rezept darunter entdeckte. Aber ich war neugierig und mochte die Geschichte zu dem Rezept: Die ungewöhnliche Mischung aus süßen Streuseln und herzhaftem Fenchel mit Parmesan entstand nur, weil ein Koch einem Konditor eins auswischen wollte, weil dieser ihm zuvor Zitronensaft stibitzt hatte. Ich war sofort begeistert von dem Crumble. Ich habe es nun schon einige Male gekocht und das neue Geschmackserlebnis sorgt am Tisch immer wieder für ein kulinarisches Gesprächsthema. Meine Antwort auf deine Frage lautet also ganz konkret: Fenchel-Kirschtomaten-Crumble. Aber ich habe über weitere kulinarische Kontraste nachgedacht und dabei ist mir eine Apfel-Thymian-Tarte in den Sinn gekommen, die ich schon oft gebacken habe und die ich fast vergessen hätte. Ich habe mir fest vorgenommen, sie bald mal wieder auszuprobieren mit den wunderbaren Boskop-Äpfeln, die es zur Zeit überall gibt. Gerade bin ich mir gar nicht so sicher, ob es auch in die Kategorie kulinarisches Kontrastpaar passt, aber ich habe mich auch an ein süßes Nudelgericht erinnert, das im Nudelmacher, einem kleinen Restaurant, in dem ich während des Studiums gejobbt habe, angeboten wurden. Ich glaube, das Gericht hieß ‘Süße Schlemmernudeln’ und bestand aus hausgemachten Spiralnudeln mit Semmelbröseln und Apfelkompott. Kommt auch auf die Liste. Kontrast hin oder her.

Weiterlesen

Kartoffelgratin zum Versinken

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Wer sich einmal an die Aromenvielfalt à la Ottolenghi oder Jamie Oliver gewöhnt hat, dem könnte bei dieser Zutatenliste ein bisschen mau werden. Die Zubereitung ist kinderleicht. Keine Grammzahlen hinter dem Komma, kein stundenlanges Marinieren auf dem Kopf, wenig Katastrophenpotential. Aber wer glaubt, dieses Gratin müsste sich deshalb verstecken, der irrt. Leichtfüßig und cremig kommt es daher, fein würzig und angenehm mild. Es ist ein wunderbarer Begleiter zu Fisch oder Fleisch. Mit einem leckeren Salat oder weiterem Gemüse steht es aber auch selbstbewusst im Mittelpunkt. Ich habe es aus Rachel Khoos “Paris in meiner Küche”. Weiterlesen

Ich war im…”L’Assagino”

Adresse: Gneisenaustraße 61, 10961 Berlin

Homepage: www.lassaggino.de

Kategorie: Restaurant

Küche: italienisch

Bezahlt & Gegessen: hausgemachte Kürbisgnocchi mit Salbeibutter, Trompetennudeln mit Hase und Koriander, Panna Cotta mit Beeren, Schokomousse

Atmosphäre: gemütlich, freundlich, familiär

Zwischenfazit: leicht zu übersehender Italiener mit ganz vorzüglichen Vorspeisen- und Nudelvariationen, Geheimtip

Ich war im… “Im Kreuzberger Osten”

Adresse: Köpenicker Straße 159, 10997 Berlin

Homepage: www.imkreuzbergerosten.de

Kategorie: Restaurant, Kneipe

Küche: europäisch, regionale Produkte, biologischer Anbau

Bezahlt & Gegessen: Altfranzösische Zwiebelsuppe, gratinierter Ziegenkäse mit Kräutern auf saisonalen Früchten und Blattsalaten, vegane Polenta mit Ratatouille & Rukolasalat, Crème Brûlée

Atmosphäre: gemütlich, sehr freundlich, urig, Berliner Eck-Kneipen-Charme

Zwischenfazit: sehr lecker (besonders der gratinierte Ziegenkäse), empfehle ich weiter, ich komme wieder um die Tapas zu probieren und ein Bier an der Theke zu trinken

Was nicht passt, wird passend gemacht.

IMAG0574-001

Liebe Anne,

ich muss ehrlich zugeben, über deine Frage nach meiner letzten Wiederentdeckung habe ich eine Weile nachgedacht. Ich kenne dieses Phänomen genau. Denn auch ich esse in Phasen. Zyklenweise häufe ich mir Hüttenkäse aufs Brot, um dann wieder Abstand zu nehmen. Und dann, irgendwann, beim Gang durch den Supermarkt, lacht der Hüttenkäse mir entgegen wie ein alter Bekannter.  Weiterlesen